Dieser Figurensatz wurde von Schmidt & Heckner nach Schiestl gearbeitet. Der sperrige Name "Monopolkrippe" rührt daher, dass SH mittels Übernahmevertrag als einziger Figurenproduzent dazu berechtigt war, diese Modelle in 15 cm zu gießen. Die Vorbilder aus den Werken des Künstlers wurden dabei werkgetreu umgesetzt. Da von dem dritten der hl. Könige nur der Kopf als Vorbild dienen konnte, hat der Modelleur, um dieser Figur einen Körper zu geben, den von Schiestl gemalten, stehenden König, gespiegelt. Darüber hinaus wurde der dritte König, im Sinne der Legende, zum Mohren, obwohl Schiestl auch ihn weiß dargestellt hat. Im Gegensatz dazu wird der völlig frei erdachte Kameltreiber - wie in den werkgetreuen Dürer Krippen - hellhäutig gezeigt.

 

Der im Original schwebende Engel hält eigentlich eine Harfe in Händen, die hier durch das Gloriabanner ersetzt wurde. Die Lösung mit der Wolke als Sockel hat zur Folge, dass dieser Gloriaengel nicht als Relief, sondern vollplastisch ausgearbeitet werden konnte. Der Engel wird auf diese Art nicht mehr passé hängend an den Stallgiebel verbannt, sondern kann sowohl im oder vor dem Stall als auch in der Verkündigungsszene auf dem Hirtenfeld oder gar als Weisungsengel eingesetzt werden. Die Tiere sind wie in allen Schiestl Krippen, Produkte des Modelleurs, da Schiestl keinerlei Krippentiere gemalt hat.

 

Diesen Figurensatz hat die Figurengießerei Riffahrt ebenso gefertigt. Bezeichnend ist dabei, dass Riffahrt selbst, lediglich noch die 25er Kollektionsgröße anbot, während Schmidt & Heckner sich auf diese 15er Größe festlegte. Hier wird ein weiteres Mal die enge Verzahnung von Betrieben innerhalb der Gipsfigurenindustrie auch über Regionsgrenzen hinweg deutlich: Schmidt & Heckner aus Köln hat Teile seiner Gipßsfigurenproduktion an Rabbels in Kevelaer in Lohnarbeit beauftragt und Modelle bei Riffahrt in Mönchengladbach gekauft. Riffahrt sortierte seiner großen Ausgabe der Schiestl Krippe übrigens ein Pferd hinzu. Die 25er Schiestl Krippe von Riffahrt ist ebenfalls hier im Kaleidoskop zu sehen.

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