Dieser ein Satz nach Dürer Art aus den 1950er Jahren, wie ihn die Vorgängerfirma BGK viel früher auch schon aufgelegt hat. "PGK" steht für "Peter Girmes, Kevelaer" und Girmes war zuvor Teilhaber des Verlages "Baers & Girmes, Kevelaer" gewesen. Die Modelle dieses Satzes sind im Kaleidoskop unter "BGK Dürer" ebenfalls zu sehen.  
 
Im direkten Vergleich fällt jedoch auf, dass ein paar Modelle überarbeitet oder durch andere ersetzt worden sind. So trägt der Josef in der BGK- Version eine Halbglatze, während er in der späteren Variante volles graues Haar hat. Hält König Balthasar in der älteren Ausformung seinen Federhut in der linken Hand, so hat er ihn hier auf dem Kopf. Das Jesuskind, die Schafe, das Kamel sowie der Gloriaengel wurden hingegen durch komplett andere Modelle ersetzt.
 
Das Unternehmen Baers & Girmes war wie die Firma Peter Girmes ein reiner Verlag ohne eigene Fertigung. Während man bei dem wesentlich älteren BGK- Figuren keinerlei Hinweis auf den eigentlichen Hersteller ausmachen kann, verrät der jüngere Satz jedoch eindeutig, dass er in den Werkstätten Hubert van Meegens gegossen und polychromiert worden ist. 
 
Den deutlichsten Hinweis in diese Richtung gibt das Kamel welches in genau der selben Ausführung von van Meegen zu dessen besonderem Krippensatz mit 20cm  Kollektionsgröße genutzt wurde. Das Kamel ist von Karl van Meegen eigens für genau diese Krippe (deren Katalogbezeichnung mir leider unbekannt ist) aus dem Sortiment seines Vaters Hubert, entworfen worden. In dem hier gezeigten Satz ist das Kamel -wie durchgängig alle anderen Figuren auch- jedoch mit PGK gemarkt. 
 
Neben dem Kamel sind es die Schafe, die einwandfrei auf van Meegen zurückgehen. Für die Modelle dieser Dürer Krippe hat Karl van Meegen eigenentworfene und -genutzte Schafsmodelle kurzerhand umgearbeitet: so hat er ein rechtsschauendes, liegendes Schaf in ein 1:1 seitenverkehrtes Modell überführt. Ein laufendes Schaf mit freistehendem linken Vorderbein wurde einmal als Widder und darüber hinaus zu einem geradeausschauenden Schaf abgewandelt und letztlich ein rechtsschauendes, fressendes Modell zu einem geradeausschauenden, fressenden Schaf. Zur Verdeutlichung wie hier vorgegangen wurde, zeige ich am Ende der Fotostrecke, Bilder von den ursprünglichen Schafsmodellen (in der Polychromie "van Meegen antik") und ihren Abwandlungen im direkten Abgleich. 
 
Die neuen abgewandelten Modelle von Schafen sind anders als die Ursprungsvarianten,  beinahe freistehend- nur zwischen den Gliedmaßen gibt es als Gras bemalte Verfüllungen, während der Raum in der Mitte bis zum Bauch unverfüllt geblieben ist.

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