Krippenfiguren der Marke JFK = Josef Franchi, Kevelaer sind selten erhalten, weshalb dieser unspektakuläre Satz letztlich dennoch eine Besonderheit darstellt. Josef Franchi war in den 1890er Jahren aus Italien an den Niederrhein eingewandert und hatte bald schon eine eigene Fertigung für Gipsfiguren gegründet. Die Firma ging später noch auf einen der Söhne Franchis über, die Spur des Betriebes verliert sich aber in 1930er Jahren.

 

Das fehlende sechste Schaf sowie der verschollene Gloriaengel, sind sicherlich dem "Zahn der Zeit" geschuldet. Dass Kamel & Treiber nicht vorhanden sind, kann darüber hinaus damit zusammenhängen, dass auch Sätze in Sortierungen mit weniger als 20 Figuren angeboten wurden (siehe Artikel "Sortierung" im Lexikon). In den Jahren nach dem 2. Weltkrieg wurden solche Sätze mit weniger Figuren gar immer häufiger nachgefragt. Schmale Geldbeutel und anfänglich oft noch beengte Wohnverhältnisse, ließen die Nachfrage an kleinformatigen Figurensätzen mit weniger Einzelfiguren verstärkt aufkommen. Solche Sortierungen waren günstiger zu haben und auf kleinstem Raum aufzustellen. Der früher übliche Standardsatz mit 20 Figuren in größeren Formaten (16, 18, oder 20cm) schmolz in der Folge oft auf 12 Figuren (hl. Familie, Ochs´& Ese, 1 Hirte, 3 Schafe, 3 Weise) zusammen. Auch diese veränderte Käufernachfrage, ist einer der Gründe, die in der Gesamtheit zum vorzeitigen Niedergang vieler Unternehmen in der Branche führte. 

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