Die Figuren dieser Krippe, welche viele alte GDK Modelle mit für GDK typischen Merkmalen, beeinhaltet, wurde etwa um 1910 gefertigt. Die Figuren tragen noch die alte GDK Marke- eine Elipse in welcher die fettgedruckten 3 Großbuchstaben G.D.K. stehen. Da dieses Markenenblem recht raumgreifend war, wirkte es sich auf kleinformatigen Figuren häufig als störend aus, weshalb bei einem Markenrelaunch lediglich noch die 3 Buchstaben mit dezenter Linienführung übrig blieben.  

 

Bemerkenswert an diesen Figuren ist die Polychromie. Die Stücke sind aus der Zeit um 1910, als der Judendstil schon voll erblüht war. Dass Strömungen aus Zeitgeist und Mode sich im Schaffen der Gipsfigurenfabrikanten spiegelten, ist ja nichts Neues. Das Gros an Gipsfiguren war allerdings nach wie vor "antik" polychromiert- satte Farben in dunklen Tönen, differenziert aufgetragen und mit reichlich Goldapplikationen sowie ausgiebiger Patina versehen. Hier dagegen wirkt die Polychromie frisch und leicht. Die Farben wurden nass in nass aufgetragen, so dass sie transparent wie in einem Aquarell anmuten. Patiniert wurde nur sparsam in den Vertiefungen der Gewandfalten.

 

Eine weitere Hommage an den Jugendstil ist in der Gestaltung des Hirten mit Lamm sowie in der, der beiden stehenden Könige zu sehen. Während der naiv dreinblickende Hirte als Knabe das noch junge Lämmchen schützend an sich drückt, zeigen die beiden blutjungen Könige Züge und Details der Kleidung, wie sie damals in der Malerei, Wesen aus den Mythen und antiken Heldensagen verklärend gegeben wurden.

 

 

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