„Antik“ deutet hier nicht auf das Alter, sondern die Art der Polychromie hin. Dennoch sind diese Figuren recht alt- sie dürften aus der Zeit vom Ende der 1920er Jahre stammen.

Dieser leider nicht ganz vollständige Satz Dürer Figuren von Franz Wand, Mönchengladbach,  fand in recht desolatem Zustand den Weg in meine Werkstatt. Für den heutigen Besitzer hängen sehr viele Erinnerungen an diesen Figuren mit denen er als Kind gespielt (!) hat. Leider erwiesen sich die Gipsfiguren als recht sensible Spielgefährten, letztlich gar Spielverderber, denn schon bald sah man ihnen sehr deutlich an, dass weitere Spielstunden sie endgültig ruinieren würden. Gott sei Dank aber kam es nicht zum Alleräußersten!

Aktuell besteht der Satz noch aus 18 Figuren: Maria, kniend mit den für Dürer typischen, vor der Brust verschränkten Armen, Josef mit der ebenfalls typischen sechseckigen Laterne, das Kind mit Heiligenschein im geflochtenen, mit Stroh gepolsterten Bettchen, Ochs´ und Esel mit dem Kinde zugeneigten, leicht gesenkten Köpfen, der Flötenspieler mit dem typischen Hut der fahrenden Spielmannsleute, der in sich gekehrte Hirt mit Lamm, der andächtige kniende Hirt, Melchior, der dem Kinde die Schatulle voller Gold darbringt, Balthasar als Selbstbildnis Dürers mit federbesetzter Mütze aus blauem Samt in der linken Hand, Bürgermeisterkette und dem pokalartigen Goldgefäß, Caspar, der Mohr in Strumpfhosen zum Wams mit Pluderhosen, prächtigem Umhang und Federhut, der Pferdepage ebenfalls in Strumpfhosen, hohen Lederstiefeln, eine Kombination aus Turban und Fez auf dem Kopf und den von Dürer dargestellten Futtersack in Händen, der stolze, aufgezäumte Schimmel im königlichen Reitgeschirr,  dazu 5 Schafe, darunter ein stolzer stehender Widder.

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