Von einer der produktivsten Gipsfigurenfabriken, dem Deutschen Kunsthaus, Düsseldorf, hier nun deren Interpretation einer Dürer Krippe. Die Kollektionsgröße beträgt lediglich 13 cm, weshalb dem Satz statt eines Pferdes, ein Kamel hinzusortiert ist. Diese kleinen Kollektionen von teilweise 9, 12 oder 13 cm, wurden häufig erst nachträglich in die Sortimente aufgenommen. Die "Nürnberger Krippe nach A. Dürer" hingegen wurde von Beginn an in den Formaten 13 cm, 20cm und 30 cm angeboten- wie ein Katalog von 1928 belegt. Während in Kirchen, öffentlichen Gebäuden wie Ämtern, Internaten oder Wohnheimen und in den geräumigen Wohnungen des Großbürgertums weiterhin die repräsentativen großen Figuren ab 20 cm aufwärts gefragt blieben, entstand bei Otto Normalverbraucher, und damit einer großen potentiellen Käuferschaft, die Nachfrage nach kleinformatigen Figuren, da diese günstig anzuschaffen und platzsparend aufzustellen waren.

 

In diesem Satz ist ein stehender Engel mit Flöte zu finden, während man den üblichen Gloriaengel vergeblich sucht. Der Treiber ist, wie in Dürer Krippen der Vorkriegszeit üblich, hellhäutig dargestellt. Abgesehen der jeweils eigenen Gesichtsphysiomie, zeigen die Modelle dieser Krippe, eindeutige Parallelen zu den Modellen aus der Dürer Krippe von Schmidt & Heckner. Interessant dabei ist, zu beobachten, dass bei dem stehenden Hirten mit Hut und Horn, diese beiden Attribute spiegelverkehrt an den Figuren zu sehen sind (vgl. "SH Replikate Dürer").  

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